2019/28/02

Vom Umgang mit belehrenden Muttis, perfekten Instamoms und dem Vergleich mit Gleichgesinnten

Als Mütter wollen wir es alle gut machen. Und da Mama-Sein nicht gerade das easy-peasy-aus-dem-Ärmel-schüttel Zuckerschlecken ist, sondern eine echte Herausforderung, kommt man nicht drumherum, zwischendurch zu beäugen, wie es andere Mamis denn so handhaben.

Im ersten Moment enttäuschend für sich selbst kann es sein, wenn es andere vermeintlich besser machen als wir. Und es freut uns auch nicht immer, wenn diese Personen uns ungefragt belehren möchten, wie man es richtig macht. Wie das Beispiel einer Mutter, die ihresgleichen empört fragte, warum diese dem Kind keine Bio-Cracker verfüttere, Bio sei das einzig richtige. Kommt noch hinzu, dass sich in den Social Media Unmengen wunderschöner Fotos von glücklichen, perfekten Mamas häufen. "Wieso sieht das bei mir nicht so aus?" denkt es da in einigen Mutter-Köpfen. Das alles kann sogar so weit führen, dass in einigen Kreisen wütend von Terror-Müttern oder perfekten Instamoms gemötzelt wird, welche den Anschein machen, die perfekten Muttis zu sein. Aber gibt es solche Mamas denn wirklich und wie sollen wir am besten mit diesem Phänomen umgehen?


Chilloutmama erklärte mir dazu: "Die Lösung ist Chill out und Peace, Mama! Fühl den Frieden in dir und geniess das Leben.

Terror-Mütter und perfekte Instamoms gibt es nicht, das sind nur Hirngespinste, die wir uns ausgedacht haben. Das sind doch alles auch Mamas, die es gut machen und geliebt werden möchten. Und helfen wollen sie auch. Perfekt sind auch sie nicht. Scheinbar perfekte Instamoms beispielsweise haben einfach Freude an schönen Fotos. Ich poste auch lieber ein schönes Foto als ein hässliches.


Wenn du dich aufregst wegen jemandem, dann ist das, weil du selbst in dem bestimmten angesprochenen Punkt eine Unsicherheit in dir trägst. Ich z.B. habe mich nur so lange über belehrende Mütter aufgeregt, als ich das Gefühl hatte, als Mutter nicht gut genug zu sein.


Aber seit ich mir gesagt habe, dass ich gut genug bin, so wie ich bin und so wie ich es mache, rege ich mich nicht mehr darüber auf.


Und falls doch einmal wieder, dann atme ich tief durch und wünsch der anderen Person Gutes. Man könnte das auch Segnen nennen. Dabei lächle ich, oder versuche zumindest, die Mundwinkel hochziehen wie beim Lächeln. Das wirkt sich positiv auf den Geist aus."


"Das sind ja Erkenntnisse! Auf jeden Fall tönt es entspannt und schön, aber das ist einfacher gesagt als getan", meinte ich.

Chilloutmama fuhr fort: "Ja, manchmal ist es nicht immer einfach umzusetzen. Man muss es trainieren. Ich hab mich dabei auch schon voll doof gefühlt. Als ich mich mal so richtig über jemanden aufregte, dachte es in meinem Kopf: 'Arschloch, Arschloch... äh, ich meine... ich wünsch Dir Gutes und nehme das Arschloch wieder zurück' und ich habe danach künstlich gegrinst. Nicht ganz Hugo, ich weiss. Aber siehe da, ich hab mich dann irgendwie besser gefühlt."

"Du bist mir eine, liebe Chilloutmama", sagte ich, "und was antwortest Du dann denen, die dich ungewollt belehren wollen oder aufregen?"

Chilloutmama: "Ich sage aha, ja, aha. Und reagiere von Anfang an anders. Anstatt die Verteidigungs- und Rechtfertigungshaltung einzunehmen, höre ich gerne mal zu und frage nach. Beim Fall mit den Bio-Crackern möchte ich beispielsweise wissen, wieso denn Bio-Cracker so gut sind. Und dann höre ich aufklärende Berichte über die umweltschonende pestizidfreie Bio-Produktion von Getreide, positiven Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder, Flora und Fauna im Anbaugebiet. Und dann sag ich nochmals aha, aha. Und vielen Dank für die interessanten Informationen. So lerne ich sogar noch etwas und die andere Mutti freut sich, dass ihr jemand zugehört hat. Und dann gehe ich vielleicht selber Bio-Cracker kaufen!"


"Interessant", erwiderte ich, "aber die Mama mit den Bio-Crackern hat damals ziemlich herumgepfuttert. Sie könnte es doch auch netter sagen."

"Es gibt eine Kindergeschichte vom Seelenvogel, der in uns wohnt", erzählte darauf Chilloutmama, "wenn unser Seelenvogel glücklich ist, sind wir glücklich und könnten die Welt umarmen. Wenn es dem Seelenvogel jedoch nicht so gut geht, dann machen wir manchmal Dinge, die andere verletzen. Personen, die einem unfreundlich begegnen, haben oftmals einen unglücklichen oder frustrierten Seelenvogel.

Hinzu kommt dann noch die Art und Weise wie wir selbst das Ganze wahrnehmen. Jeder Mensch sieht die Welt durch eine andere Brille. Die Brille der nicht genügenden Mutti nimmt solch eine Begegnung als Affront wahr, obwohl es von der anderen Person vielleicht nur ein verzweifelter Aufruf nach Aufmerksamkeit war oder einfach eine gut gemeinte Geste zur Verbesserung der Welt.


Wenn du dir dem Bewusst bist, kannst du auch besser mit solchen Situationen umgehen, es lockerer nehmen und der anderen Person mit Wohlwollen und Verständnis gegenübertreten. Leben und leben lassen lautet die Devise."

"Das macht Sinn", erwiderte ich, "denn wenn ich einer Person mit Wohlwollen begegne, wirkt sich das auch positiv auf ihr eigenes Verhalten aus."

"Genau", entgegnete Chilloutmama, "und merk dir: schon der kleinste Gedanke und die kleinste Tat beeinflussen das Universum. Oder anders gesagt: Der Flügelschlag eines Schmetterlings kann am anderen Ende der Welt einen Wirbelsturm auslösen."


Danke Dir, Chilloutmama. Also dann lassen wir doch lieber wohlwollende Schmetterlings-Flügelschläge los. Chill out, Peace und liebt Euch alle!


Autorin: Priska Michaud

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