2018/25/05

Unser täglich Brot: Aufräumen und Putzen

Ding-dong! Es läutet an der Tür. Wer kann das wohl sein? Ich öffne die Tür nur einen kleinen Spalt weit, damit der Besuch ja nicht zu weit in die Wohnung sieht. Denn da herrscht wieder mal ein riesen Chaos! Obwohl ich doch vor dem Muttersein ein eher ordentlicher Mensch war. Der Postbote steht vor der Tür und hält mir ein Paket vor die Nase. Ich schnapp es mir, bedanke mich und mach die Tür schnellstens wieder zu.


Aufräumen und Putzen gehören nicht gerade zu meinen Hobbies. Aber sobald man Kinder hat, gibt es plötzlich so viel davon zu tun, das hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nie vorstellen können: Das Ausleeren und Auf-den-Boden-Schütten von Nahrungsmitteln, Drecksschuhe, Kleider und allerlei Spielsachen, die überall liegengelassen werden sind nur ein paar wenige Beispiele, von den Plantscherlebnissen, Zahnpasta-Propierversuchen und Toilettenbesuchen im Badezimmer ganz zu Schweigen.


Eine Freundin von mir kommt zu Besuch und erzählt mir vom Lebensstil Minimalismus, von dem sie sich inspirieren lässt und deshalb nur noch die Dinge besitzt, die sie wirklich braucht und so mehr Zeit, Glück und Geld hat. Ich spitze meine Ohren. Die Freundin erzählt weiter, dass ihre zwei Töchter nun nur die Spielsachen besitzen, die Ihnen Freude bereiten. Aus diesem Grund sieht ihr Haus immer angenehm luftig und ordentlich aus, auch wenn die Kinder wie wild gespielt haben. Auch geputzt ist viel schneller, weil man nun mühelos über leere Flächen wischen kann.


Daraufhin unterhalten wir uns über das Thema Aufräumen allgemein und meine Freundin erwähnt dabei die japanische Aufräumexpertin Maire Kondo. Eines deren Bücher, welches vom richtigen Aufräumen handelt und wie lebensverändernd das sein kann, lese ich gleich in den kommenden Tagen. "Wer liest schon ein Buch übers Aufräumen?", denkst du nun vielleicht. Hey, das ist eines der spannendsten Bücher, das ich in der letzten Zeit gelesen habe, innert drei Tagen 220 Seiten und das als vielbeschäftigte Mutter!


Nach dieser Lektüre bin ich so motiviert, dass ich während den nächsten Tagen meine Kleider, die der Kinder und die Kosmetika im Badezimmer aussortiere und nur noch das behalte, was mir Freude bereitet. Von den Kinderspielsachen gebe ich zudem auch einiges weg, wofür meine Sprösslinge nun zu gross sind. Natürlich wollen meine Kinder am liebsten alles behalten. Deren Proteste und Diskussionen muss ich aber in Kauf nehmen. Ich habe dann zwar wieder weniger Nerven, aber es lohnt sich.


Und siehe da: obwohl ich erst am Anfang meiner Grossaufräum-Aktion bin, bemerke ich, dass die Wohnung nun auch UNaufgeräumt eher aufgeräumt aussieht, da nun viel weniger Zeug zum Liegenlassen und Herumschmeissen zur Verfügung steht. Das heisst: weniger Aufräumen, schneller fertig mit Putzen, mehr Energie, mehr Zeit, mehr Leben geniessen. Jaja, die Sauerei in der Küche und im Badezimmer bleibt bei diesen Massnahmen ziemlich gleich, aber was solls.


Die Filzstifte sind nun auch nicht mehr neben dem Sofa versorgt, so wird es weniger oft bemalt... Und auch wenn, das ist doch eine schöne Sinneserfahrung für die Kinder! Chill out, Mama!

Autorin: Priska Michaud

Kommentare


Vielen Dank für den Kommentar

Wir werden diesen nach einer Überprüfung so bald wie möglich freischalten.


Anna 25.11.2018
Danke, für den tollen und ehrlichen Bericht. Bei uns ist auch immer ein riesenchaos, obwohl ich davon überzeugt bin, dass wir viel weniger Sachen besitzen als viele Freunde von uns. Zu unserem Glück dürfen wir bald in eine grössere Wohnung umziehen. Bei der gelegenheit wir radikal ausgemistet. Wir haben jetzt schon unmengen aussortiert und doch sind wir noch nicht fertig damit. Kann es wirklich sein, das wir, die letzten 5 Jahre 4x umgezogen sind??? Nun, bisher haben wir eben nicht so radikal ausgemistet wie jetzt und wir hatten auch nicht 5 Monate Zeit dafür.
Fränzi 21.07.2018
Cooler Artikel! ;-) Meine Nachbarn handhaben Geburtstage und Weihnachten so: bevor sie Geschenke bekommen, müssen sie Spielsachen abgeben, mit denen sie nicht mehr spielen. Das fällt dann einfacher, wenn es dafür etwas neues gibt.