2019/07/06

Familienkosten im Griff haben: Die Macht der kleinen und versteckten Beträge

Werden zwei Glückliche mit einem Kind beschenkt, gilt es plötzlich, das Einkommen und die Kosten für die Familie zu koordinieren. Denn der Nachwuchs bedarf grosser Aufmerksamkeit und Betreuung, und während dieser Zeit können Mama oder Papa nicht arbeiten gehen oder wenn doch, muss das Kleine in Betreuung gegeben werden. Diese kostet dann auch, sofern nicht die Grosseltern oder sonstige Verwandte oder Bekannte sich um das Kleine kümmern.

Zur Elternschaft hinzu kommt also auch die Herausforderung, mit Einkommenseinbussen, Betreuungskosten und den allgemeinen Familienkosten umzugehen.


Über Kosten für Wohnen, Auto und Baby-/Kinderausrüstung werde ich in späteren Artikeln berichten. Heute geht es um die Macht der kleineren und versteckten Kosten, welche man je nachdem gar nicht so richtig wahrnimmt, die aber doch viel ausmachen können.

Chilloutmama hat mir nämlich erzählt, wie sie schon unscheinbare Kosten zu eliminieren versucht, da diese auf Dauer doch recht ins Gewicht fallen.

Ich habe sie deshalb gefragt, ob sie dazu ein paar Tipps hätte. "Klar!" meinte sie, und erzählte: "Weisst Du,


Kosten im Griff haben beginnt im Kleinen.

Da wären wir beim 2. wichtigen Punkt unserer Geld-Serie.


Kurz gesagt, mit einer grossen Menge kleiner eingesparter Beträge kann plötzlich ein grosser Kostenbrocken wegfallen.


Die Abos

Fange am besten bei den Abos an. Habe so wenig Abos wie möglich, denn das sind die heimlichen, regelmässigen Geldfresser. Welche Abos brauch ich wirklich? Darunter fallen beispielsweise:


Diverse Magazine und Zeitungen, welche nie gelesen werden. Nun rennt Mama sowieso dem Kind hinterher und liest eh fast nicht mehr. Diese Abos zu kündigen hilft auch, die Wachstumsrate des Altpapierbergs tief zu halten.


Das Fitnessabo, welches man für ein Jahr bezahlt, aber während dieser Periode nur maximal 10 mal hingeht. Dann lieber sparen oder für die wenigen Besuche Einzeleintritte zahlen (oder sich mit dem gleichen Geld 10 Trainings mit dem muskulösen, charmanten Personal-Trainer Georg leisten! Angenommen, ein Jahresabo kostet CHF 1'200 und ich gehe 10 mal, ergibt das pro Mal CHF 120 Kosten, der Wert von einer Stunde Personal Training).


Festnetz-, Internet-, TV-, Mobile-Abo: überprüfen, ob das laufende Abo für meine Situation noch auf dem aktuellsten Stand ist. Ich habe mich umgeschaut und für weniger Geld ein 10x schnelleres Internetabo gefunden. Je nachdem auf ein günstigeres Abo runterschrauben und schauen, ob man so auch durchkommt.


Kämme auch die Apps auf Deinem Smartphone durch und kündige unnötige Abos.


Mitgliedschaften in Vereinen und Organisationen

Diese überdenken: Mach ich da überhaupt noch mit? Interessiert es mich noch und stimmt es mit meinen Werten überein? Wenn nicht, austreten und den Mitgliederbeitrag sparen.


Kleine Konsumausgaben so reduzieren, dass man es fast nicht merkt

Beispielsweise zwei Kaffeebecher pro Woche, welchen man sonst unterwegs kauft, zu Hause oder im Geschäft einnehmen.

Ersparnis bei zwei 5 Franken teuren Kaffees pro Woche: CHF 520 pro Jahr. Nehme ich den Lunch nur einmal pro Woche von zu Hause mit, anstatt auswärts zu kaufen und spare dabei CHF 15 pro Woche, ergibt das pro Jahr CHF 780. Den Rest kann man ja immernoch ausser Haus kaufen, das Leben muss ja schon auch noch Spass machen, chill out! Trotzdem: mit nur dem Kaffee- und dem Lunch-Beispiel zusammen, sind das pro Jahr 1'300 Franken weniger Kosten, was nach 10 Jahren 13'000 und nach 20 Jahren 26'000 Franken ausmacht.


Nicht shoppen gehen, wenn man nichts braucht

Sonst gibt man Geld aus für Zeug, das einem lediglich die Wohnung vollmüllt. Und danach muss man wieder Zeit aufwenden, es zu entsorgen. Vor allem Kleider. Oder ich habe für CHF 100 einen Stepper gekauft, der nur ein einziges Mal gebraucht wurde, und zwar die Kinder und mein Mann auf dem Stepper und ich nebenan auf dem Boden hüpfend (ich weiss, ich sollte mich weniger aufopfern). Nachher diente er nur noch als Spielzeugablage und weilt mittlerweile im Keller.



Statt Shoppen zu gehen, lieber irgendwo die Natur geniessen oder sonst etwas tun, das man gerne macht und einem nicht die Kreditkarte strapaziert. Im Notfall die Kreditkarte zerschneiden. "Aber die brauch ich doch, um online einzukaufen", wirst du sagen. Meine Erfahrung: was ich online eingekauft habe, hat mir nur die Wohnung unnötig vollgestellt.


Ordnung bringen in die Familienadministration

Hat man gerade einen frischen süssen Säugling zu versorgen, ist diese Massnahme eventuell gerade etwas zu zeitaufwendig. Sobald der Sprössling jedoch so drauf ist, dass Mama und Papa mal ein klein wenig Zeit übrig bleibt (zuerst aber nicht vergessen, sich auszuruhen und allenfalls faire l'amour und so), lohnt es sich, einen Ordner für Steuern, Bankunterlagen, Versicherungen und Vorsorge anzulegen, welcher sauber weitergeführt wird. Ja, auch das halb zerkaute Couvert vom Steueramt, welches zwischen den Milchschoppen vor sich hin gammelt, darf geöffnet und eingeordnet werden!

Diese Sortier-Aktion schafft Klarheit. Dabei sich Gedanken machen, was die Familie noch braucht und was nicht.


Auch da, alles Überflüssige loswerden.


Alle Bankkonten so zusammenlegen, dass unnötige Bankspesen wegfallen. Ich hatte zwei Bankverbindungen, die ich nie gebraucht habe, dort aber Bankspesen und EC-Karten bezahlt habe. Also auch alle EC- und Kreditkarten kündigen, die man nicht braucht.


Ferner die Versicherungen genauer überprüfen, ob es Doppelspurigkeiten gibt und diese eliminieren. Ebenso Versicherungsleistungen den Bedürfnissen anpassen.


Die sortierten Steuerunterlagen haben mir eine gute Übersicht über zukünftige zu bezahlende Steuerbeträge gegeben. Die Steuererklärung habe ich ausserdem einem Treuhänder gegeben, dank dem ich sogar Steuern sparen konnte. Die Steuerersparnis war dabei höher als die Kosten des Treuhänders, netto habe ich CHF 1522.40 vorwärts gemacht.


Jetzt wird gerechnet

All diese Kosteneinsparungen, die man mit den oben erwähnten Massnahmen macht, können pro Jahr total mehrere tausend Franken ergeben, bei mir CHF 5500. Das ergibt nach 10 Jahren eine Ersparnis von CHF 55'000. Oder auf 20 Jahre gerechnet CHF 110'000.

Entweder kann man dieses Ersparte zum Ausgleichen der Einkommenseinbussen nutzen. Wenn möglich, wäre es aber auch gut, den Betrag, oder mindestens einen Teil davon, auf die Seite zu tun. Werden diese Moneten dann noch gescheit angelegt, kann die Geldsumme zusätzlich enorm wachsen über die Jahre.


Diesen Batzen, nur durch Einsparungen bei täglichen Details erzeugt, nehm ich doch gern."


Hey danke für Deine Tipps liebe Chilloutmama, da hab ich jetzt viel Nützliches gelernt!

Autorin: Priska Michaud

Kommentare


Vielen Dank für den Kommentar

Wir werden diesen nach einer Überprüfung so bald wie möglich freischalten.


Ingrid 11.06.2019
Ich liebe das Foto mit dem Stepper! :)