2019/14/02

Die ultimative Ruhe-Insel im Mama-Alltag: Meditation

Als ehemaliger Hausmann und echter Profiler, der regelmässig meditiert, weiss Alex Hurschler hilfreiche Infos und Tipps zu Meditation im Alltag mit Kindern. Deshalb musste ich ihn einfach interviewen, exklusiv für Euch auf chilloutmama.ch!

Freut Euch darauf, was er zu berichten hat. Das Interview mit Alex Hurschler.


Priska: Heute haben wir einen besonderen Gast, Alex Hurschler. Er ist Profiler und Wahrnehmungstrainer. Möchtest du uns mal erklären, was Du genau machst?


Alex: Ja sehr gerne. Ich bin Profiler, das bedeutet ich lese Menschen wie ein Buch. Ich schlage eine Seite auf und nehme dich wahr, wie du bist. Das heisst ich nehme deine Charaktereigenschaften wahr, die Emotionen, deine verschiedenen Arten wie du dich bei Menschen gibst, wie du dich in beruflichen Situationen gibst, wie du privat bist, wie mit deinen Kindern. Auch wie du mit deinem Mann umgehst. Ich kann also einen Menschen wahrnehmen, wie er sich wirklich gibt. Die sogenannten Profilings biete ich für Privatpersonen und auch geschäftlich an.


Übrigens, ich habe das seit klein auf diese erhöhte Empathie, wie ich dem sage. Gewisse Leute würden sagen, dass die Hellsinne aktiviert sind, weil ich die Menschen so genau wahrnehmen kann. Diese Fähigkeiten könnt ihr auch lernen und in den Alltag integrieren, ich kann da jeweils viele Tipps geben und ich merke auch bei meinen Workshops, wie viele Informationen ich überhaupt geben kann. Dabei kann der Mensch lernen, wie er zu seinen unbewussten Informationen kommen kann.

Mein Profiling ist intuitiver Art, ich gehe keine Checkliste durch, oder mache ein psychologisches Gutachten. Dank meiner Intuition kann ich auch Dinge herausfinden, die nicht in einer Checkliste stehen, und das ist ein grosser Vorteil, dass ich so auf den Menschen eingehen kann. Das so kurz zusammengefasst.


Priska: Also ein sehr breites Gebiet, das Du abdeckst. Und Alex, Du bist ja selbst Vater. Du hast eine Tochter, wie alt ist sie?


Alex: Acht Jahre alt.


Priska: Und du bist ja auch Hausmann, oder?


Alex: Ja ich war anfangs Hausmann. Mittlerweile gebe ich wieder mehr an die Leute weiter. Ich kann es auf jeden Fall verstehen, wenn Mamis ein bisschen müde sind.


Priska: Schön, das zu hören. Was hättest du für Tools, die du den Mamas mitgeben möchtest für den Alltag? Denn bei chilloutmama.ch geht es ja auch darum, wie man den Alltag als Mama etwas lockerer nehmen kann.


Alex: Ja da habe ich ein paar Sachen. Ich bin jeweils mit meiner Tochter im Kinderwagen spazieren gegangen. Das kennt ihr sicher auch. Ich bin dann immer ums Quartier gegangen oder in den Wald, Und sobald das Kinderwägelchen ein bisschen zu schütteln begonnen hat an der frischen Luft, schlief meine Tochter ein. Und da habe ich mir schon Gedanken gemacht wie: „oh schön, jetzt schläft sie, wenn ich dann zu Hause bin, kann ich mich hinsetzen und ausruhen, mal Kaffee geniessen.“ Diese Illusion ging jedoch schnell kaputt. Denn als ich wieder zu Hause war, war sie wieder wach und ich noch müder.

Ich habe dann gedacht, ich mach es so, dass wenn sie am Schlafen ist, auch ich schlafe. Da das beim Spazieren aber nicht geht, dachte ich, aktive Meditation, das ist es. Das heisst, ich spaziere und bringe mich in einen solchen Rhythmus, dass ich nicht mehr bewusst spaziere, sondern in einem meditativen Zustand bin. Das ist wie z.B. wenn man mit dem Auto nach Hause kommt und sich gar nicht mehr daran erinnert, wie man überhaupt nach Hause gekommen ist. Das gibt’s ja zum Teil auch beim Walken oder Kochen.

Und ich habe das beim Kinderwagen-Schieben gemacht. Und sobald ich merkte, dass ich diesen meditativen Zustand erreicht hatte, dann war das für mich eine Art Power-Nap-Version, wo ich relativ schnell regenerieren konnte. Es ist nicht 100% Regeneration wie schlafen, aber ich habe gemerkt, dass ich diese Zeit für mich habe, es war für mich ein schöner Moment. Das andere war, als meine Tochter im Kinderwagen schlief, bin ich dann auch mal auf eine Bank gesessen und habe meditiert. Die Augen kurz geschlossen, ein- und ausgeatmet und eine Kurzmeditation gemacht, die mir ganz gut getan hat. Ich empfehle, bevor ihr das macht, die Bremse beim Kinderwagen anzuziehen. Und ich hatte so ein Bändchen beim Kinderwagen für mein Handgelenk, damit er stehen bleibt. Das hat mir alles geholfen zu der Zeit.










mehr über Alex:

alexhurschler.ch



Priska: Du hast jetzt von der aktiven Meditation erzählt, wie sieht es denn mit passiver Meditation aus?


Alex: Das ist spannend, dass du das erwähnst. Es gibt viele Unterscheidungen. Aber keep it simple. Bei der passiver Meditation am besten sitzen, die Füsse auf den Boden, Hände auf die Oberschenkel. Augen schliessen, ein- und ausatmen. Bei den Mamis: geht doch auf eine Reise wo es schön ist, in Gedanken, in einer Illusion. Ihr dürft Euch ein Bild generieren, es kann auch ein utopisches Bild sein, z.B. auf dem Mond. Leute finden es oft schön auf einer Blumenwiese, in den Bergen, etc. Versuch doch, wenn du an diesem Platz bist, mal zu riechen. Und nicht erschrecken, wenn du die Blumenwiese dann tatsächlich riechst.


Priska: Es ist praktisch, dass man so eine Meditation auch nur 5 Minuten lang machen kann. Wenn das Kind kurz schläft, würdest du empfehlen, lieber eine Kurzmeditation zu machen, oder sich hinzulegen, um sich auszuruhen?


Alex: Meditation ist empfehlenswert, da ich nach dem Schlafen viel müder war. Aber nicht liegen, sondern sitzen. Liegen ist eher wellnessen. Meditation bewirkt auch, dass man ruhiger wird.


Priska: Ich habe es selber erlebt und kenne auch Mütter, vor allem solche mit Säuglingen, die überfordert sind. Hilft Meditation auch in Situationen, wo einem alles über den Kopf wächst?


Alex: Ja, es macht ruhiger. Und es half mir auch.

Ich hatte früher einen Ergo-Carrier (kann auch ein Tuch nehmen). Dann konnte ich Staubsaugen, während meine Tochter schlief. Mein Kind hatte Sicherheit, war bei mir und ich konnte doch etwas machen. So hatte ich beide Hände frei.


Wenn der Mensch das Gefühl hat, alles erledigen zu müssen wie bevor man Kinder hatte, ist das eine Illusion. Ich dachte jeweils, hey ich will 10 Punkte erledigen heute und schaffte nicht einmal mehr das, als ich auf mein Kind aufpasste. Früher schaffte ich locker 40 Aufgaben an einem Tag. „Alex, Du bist auch gut wenn Du nur 6 Punkte hast“, hab ich mir dann gesagt. Und habe die Aufgaben auf 3 reduziert. Jeden Mittwoch habe ich immer Brei gekocht, das reichte dann für eine Woche. Ich habe gemerkt, dass Planung hilft, ich hatte eine Liste. Auch eine Liste, was ich einpacken muss. Ich war so gut organisiert. Ich hatte am Computer Excel-Listen gemacht.


Priska: Jetzt musst Du aber aufhören, für Excel-Listen haben wir doch keine Zeit (lacht).


Gibt es noch etwas, das Du den Müttern mitgeben möchtest?


Alex: Ja. Das Meditieren macht den Körper ruhiger, der Pulsschlag wird ruhiger, der Herzschlag anders, Glückshormone werden ausgeschüttet. Wenn ihr regelmässig meditiert, werdet ihr eher ruhiger in Stresssituationen. Ich bleibe dann ruhiger, mehr bei mir. Ausgeglichener, man hat mehr Lachen auf dem Gesicht und bekommt weniger Stressfältchen. Es gibt vieles dazu auch nachzulesen, was Meditation alles bewirkt. Es ist auch der Zugriff zum Unterbewusstsein. Sein Höheres Ich, man kann dort Ideen holen. Das kann man alles abrufen. Wie man das kann nur mit ein bisschen hinhocken, das ist fantastisch.


Priska: Wie oft empfiehlst du zu meditieren?


Alex: 2-3 mal pro Tag unter der Woche. Ich mach es so.

Einmal am Tag kann man machen, wenigstens nur 5 Minuten, es muss einfach eine Regelmässigkeit sein. Das Mami kann es dann flexibel einteilen. Wenn es nur 2-3 mal pro Woche ist, dann muss man es fast in den Kalender eintragen. Man kann sich auch sagen, immer beim Spazieren zum Beispiel, beim Kochen mach ichs oder beim Spazieren auf der Bank. So kann ich jeden Tag meditieren. Dabei meine ich aber Montag bis Freitag. Am Wochenende nicht, dann ist Wochenende, da habe ich frei.


Und übrigens, ein ruhiges Mami gibt auch ein ruhiges Kind. Wenn Mami nervös ist, ist auch das Kind nervös. Wenn das Kind nervös ist, hilft es, wenn das Mami ruhig wird, dann kann das Kind auch runterfahren. Auch wenn es viel schreit.


Priska: Dank dir bin ich ja auch auf die Meditation gekommen und mache das nun regelmässig. Es ist also echt empfehlenswert. Es macht wirklich ruhiger. Ich möchte aber auch alle Mamas trösten, die einen Säuglich haben, der oft schreit. Das gibt es halt einfach.


Alex: Das hatte unsere auch. Von einem Tag auf den anderen hat das dann aufgehört.


Priska: Als Deine Tochter so klein war, hast du da auch schon meditiert?


Alex: ich habe oft aktive Meditationen gemacht, so wie beim Spazieren, ja. Passive Meditationen habe ich ab und zu gemacht auf einer Bank während eines Spaziergangs und habe dann auch gemerkt, ah, es ist wichtig, auch die Bremse des Kinderwagens anzuziehen, dass der nicht davonfährt. Mediation hat mir geholfen, es hat mich fitter gemacht sag ich mal.


Priska: Vielen Dank für deine ausführlichen Inputs, das ist natürlich sehr hilfreich für die Mamis und natürlich auch Papis. Herzlichen Dank für das Interview.


Alex: gern geschehen!

Autorin: Priska Michaud im Interview mit Alex Hurschler

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