2018/07/06

Der Entschleunigungs-Booster

In unserer schnellebigen Zeit ist das Wort "Entschleunigung" populär geworden.


In einem Magazin aus der Alternativ-Medizin-Ecke wurden Tipps zur Entschleunigung aufgelistet, wie zum Beispiel: "Pflanzen Sie eine schnellwachsende Pflanze, setzen Sie sich vor sie hin und schauen Sie ihr zu, wie sie wächst." Oder es wurde empfohlen, morgens achtsam durch eine Wiese zu schreiten und die Tautropfen anzuschauen. Am besten gefallen hat mir jedoch: "Legen Sie zu Fuss einen Kilometer in zwei Stunden zurück. Als Schnecke werden Sie erstaunliche Entdeckungen machen". 


Ich musste grinsen. Es hätte auch genauso heissen können: "Gehen Sie mit kleinen Kindern spazieren und legen Sie 200 Meter in zwei Stunden zurück. Nehmen Sie noch Getränke und etwas zum Knabbern mit, da Sie es in dieser Zeit weder zurück nach Hause noch ins nächste Restaurant schaffen."

Am besten kann man auf solch einem Spaziergang entschleunigen, wenn man alle Zeit der Welt hat, tief durchatmet, die Kleinen bewusst wahrnimmt, sich an ihrem Tun und Sein ergötzt sowie das Smartphone zu Hause gelassen hat oder nie draufguckt. Der Entschleunigungs-Booster par excellence!


Blöd gelaufen ist es nur, wenn man auf dem Weg zu einem Termin ist. Entweder geht das Kleinkind wie eine Schnecke, oder es findet am Wegrand eine, und die ist ja so wunderbar interessant, so zum ganz lange Bestaunen.

Die wahre Kunst ist dann, trotzdem tief durchzuatmen und sich zu denken: "Voll easy, das macht gar nichts, wenn ich zu spät komme. Im Vergleich zum Universum ist dieses Ereignis ein winzig kleiner, klitzekleinster Fliegenklecks. Chill out, Mama." (Und dann ausatmen, dass der Stress rausgeht.)


Aber auch ich muss das noch üben. Es klappt nicht immer. Und ich muss nun dafür lernen, mit den Reaktionen auf mein Zuspätkommen umzugehen! Das tönt bei mir dann in etwa so, sei gespannt: "Voll easy, das macht gar nichts, dass der/die einen destruktiven Kommentar zu meiner Pünktlichkeit rauslässt. Diese negativen Vibes gehören ihm/ihr und nicht mir.

Chill out, Mama." (Und ausatmen, ...) 


Mehr Entschleunigung und weniger Stress bedeuten stärkere Nerven. Und die können wir Mütter gut brauchen.




Autorin: Priska Michaud

Kommentare


Vielen Dank für den Kommentar

Wir werden diesen nach einer Überprüfung so bald wie möglich freischalten.


Chris 29.09.2018
Erfolgsversprechender „mindset“ Priska, bravo!