2018/22/10

Chill out beim Alles-im-Griff-Haben

Ich habe kürzlich ein Buch gesehen mit dem Titel: "Making it all work". Wie ich alles im Griff habe. Ein Traum für eine Mutter, dachte ich mir!


Es gab doch schon genug zu tun, bevor ich Kinder hatte. Von der ganzen Körperpflege bis zur Ernährung, Haushalt, Kleider kaufen, der Ausbildung und dem Beruf nachgehen und das auch in einer bestimmten Qualität, die Beziehungen mit Familie und Freunden pflegen & geniessen, helfen, Zeit für Erholung, für Sport, für Hobbies nehmen. Wenn man dann selbst Kinder hat, macht man all das zusätzlich auch noch für den Nachwuchs und zum Teil für deren Papa.


In meinem Beispiel, ich habe zwei Kinder und einen Ehemann, kümmere ich mich nun jeden Tag um 3.25 Menschen (um mich, Kind 1, Kind 2 und den Ehemann. Den zähle ich als 0.25, denn auch bei ihm greife ich mal hin und wieder unter die Arme. Je nach Partner kann diese Zahl variieren). Auch wenn die Sprösslinge von Tag zu Tag selbständiger werden, für uns Mamas bleiben auch dann stets viele Verantwortlichkeiten und natürlich wichtige Führungsaufgaben.


Wie wir wissen, hat ein Tag 24 Stunden. Diese reichten früher knapp aus, um für mich und mein Leben zu sorgen. Als ich mein erstes Kind bekam, musste ich dann ziemlich umorganisieren. Und mit dem zweiten erst recht und zusätzlich kam noch ein gesunder Drang hinzu, beruflich etwas zu unternehmen. Es gab oft Zeiten, da wuchs mir alles über den Kopf, ich wusste weder ein noch aus, wo anfangen und wie weiter. Mein zu der Zeit notorischer Schlafmangel, der mich in einen speziellen Trancezustand fallen liess, half da auch nicht. Meine Nerven hingen an einem seidenen Faden. Das Schicksal brachte mich mit Chilloutmama zusammen. Zum Glück! Denn ab diesem Moment änderte sich alles. Zum Besseren.


ALLES IM GRIFF HABEN ALS MAMA. Wie geht das? Chilloutmama gibt mit Freude ihren Senf dazu:


Sie lehnt sich in ihrem Sessel zurück, atmet tief ein und aus und meint: "Das Geheimnis liegt in der Einstellung. Was wir Menschen sehen, liegt einzig im Auge des Betrachters. Und wir sehen das, worauf wir unseren Blick richten. Würde kein Mensch den Mond anschauen, gäbe es auch keinen."

Ich: "Aha. Und was hat das genau mit mütterlicher Überforderung zu tun?"


"Nur Du siehst es so, alles im Griff haben zu müssen", sagt Chilloutmama mit freundlicher Miene, "Schau es doch mal anders an. Dann schaffst Du Dir eine ganz neue Realität."


"Streiche mal den Begriff ALLES aus dem Satz", fährt Chilloutmama fort, "Du musst nicht auf jeder Hochzeit tanzen, alles mitmachen, soviel müssen, Hobbies der Kinder, Vereine, Events, Superfood, was auch immer. Hast Du schon mal einen Kindergeburtstag abgesagt, um mehr Luft zu haben? Eine echte Erlösung! Oder den Kuchen fürs Spielgruppenfest gekauft statt selbst gebacken? Herrlich, und ist auch sehr fein!

Es ist zudem sehr befreiend, pro Tag maximal einer Aktivität nachzugehen. Also nebst Einkauf, Kaffeekränzchen mit der Oma oder Zoobesuch keinen weiteren Termin in den Tag zu planen, sondern den Rest der Zeit in den Tag hineinzuleben und einfach so fliessenzulassen, wie er kommt. Und während der Woche immer wieder einen Tag terminlos zu belassen. Auch in der heutigen Gesellschaft eher unangesagte Dinge zu tun, wie einen Nachmittag im Garten zu verbringen, ist sehr wohltuend für die Mama- und Kinderseelen. In der Ruhe liegt die Kraft."


Mein Fazit: Also lieber mal "langweilig" sein und sich dafür erholen, die Batterien aufladen und die Nerven schonen, als stets voll dabei zu sein. Um voll dabei zu sein, gibt es noch genügend Gelegenheiten, nämlich dann, wenn Mama ausgeschlafen ist, genug Nerven hat, sowie echt Lust hat, etwas zu unternehmen. Oder in ein paar Jahren, wenn die Kinder grösser sind.


Des Weiteren ist es für die Kinder schön, kein Programm zu haben, sondern einfach nur zu spielen, ohne Termine oder Zeitdruck. Das Freie Spiel, also spielen ohne Plan und Anleitung, ist sowieso eine der besten kindlichen Tätigkeiten für eine gesunde Entwicklung. Als zusätzliches Plus fördert es auch die Intelligenz. Und wer will denn nicht ein intelligentes Kind haben. Auch zu spielen ohne Mama, je nach Alter geht das länger oder weniger lang, tut den kleinen Menschlein zwischendurch immer wieder gut. Denn so können sie selbständig ihre eigenen Ideen entwickeln und ihre Phantasie ausleben.


Zum Schluss meint Chilloutmama: "Streiche nun noch den Ausdruck IM GRIFF HABEN aus deinem ursprünglichen Satz. Dann bleibt noch: ALS MAMA. Und darum geht's."

Autorin: Priska Michaud

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